„Terra war ein Kartenhaus“ – Tether-CTO kritisiert „schlechtes Design“ von UST

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Paolo Ardoino, der Chief Technology Officer der beiden einflussreichen Krypto-Unternehmen Tether (USDT) und Bitfinex ist der Ansicht, dass das umstrittene Krypto-Projekt Terra (LUNA) kein vorsätzlicher Betrug, sondern einfach nur „schlecht designt“ war.

In diesem Kontext gelangt Ardoino zu der Einschätzung, dass Terra und der zugehörige algorithmische Stablecoin TerraUSD (UST) vielmehr wie ein „Kartenhaus“ aufgebaut waren, dessen Einsturz nur eine Frage der Zeit gewesen sei.

Zudem hatten in der Vergangenheit viele Beobachter die dubiosen Äußerungen und Entscheidungen von Terra-Geschäftsführer Do Kwon in Frage gestellt, der das letztendliche Scheitern seines Projekts wohl maßgeblich befeuert hat. Wenig verwunderlich, denn Kwon soll zuvor bereits an einem anderen gescheiterten algorithmischen Stablecoin namens Basis Cash mitgewirkt haben, wie sich nun im Nachhinein herausgestellt hat.

Die Kommentare von Ardoino kamen im Rahmen der aktuellen Folge des Podcasts Reimagine Unplugged. Hier nahm der Tether-CTO ebenfalls Bezug auf die Verantwortung von Kwon und dessen fragwürdiges Verhalten, ohne diesem jedoch zwangsläufig böse Absichten zu unterstellen:

„Ich kenne Do Kwon nicht, aber sagen wir mal, im Zweifel für den Angeklagten. Er hat dieses Projekt mit viel Überheblichkeit aufgebaut, hat gedacht, dass er immer alles besser weiß und wurde von vielen Leuten darin auch noch bestätigt, wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen. Insgesamt war es zwar kein Betrugsprojekt, aber es war sehr schlecht designt, was leider auf viele Projekte zutrifft.“

„Es war im Endeffekt ein Kartenhaus, das jeder Zeit einstürzen konnte, aber natürlich hat er das nicht gesagt, denn ansonsten wäre es schon viel früher in sich zusammengebrochen. Mir und vielen anderen, die ich kenne, war von Anfang an klar, dass das eine schlechte Idee ist“, so Ardoino weiter.

So meint der Stablecoin-Experte, dass der UST schlichtweg zu groß geworden war, um die eigene Anbindung an den US-Dollar zu halten, denn dieser wurde lediglich durch Reserven in Form von Bitcoin (BTC) gedeckt, die jedoch nicht ausreichend waren, um die Wertstabilität des Stablecoins zu garantieren. Ironischerweise waren diese wiederum groß genug, um den entstandenen Crash später auch noch zu beschleunigen.

„Es ist im Prinzip zu einer Art Dominoeffekt gekommen, denn um die Anbindung zu halten, mussten sie ihre Reserven verkaufen, doch durch den Verkauf der Reserven wurde der Crash nur noch verschlimmert, denn jedem weiteren Crash mussten noch mehr Abverkäufe folgen und so weiter“, wie Ardoino das Dilemma erklärt.

Auf die Frage, wie das Terra-Drama die zukünftige Regulierung von Stablecoins beeinflussen könnte, entgegnet der Tether-CTO, dass die Politik zunächst eine klare Unterscheidung zwischen vollständig gedeckten Stablecoins und algorithmischen Stablecoins machen muss;

„Ich bin der Ansicht, dass es als allererstes eine zutreffende Kategorisierung von Stablecoins braucht. UST ist zum Beispiel ein algorithmischer Stablecoin, während Tether ein zentralisierter Stablecoin ist. Das sind also zwei ganz verschiedene Herangehensweisen, was Absicherung, Abdeckung, usw. angeht.“

Wie Cointelegraph berichtet hat, hatte selbst Tether jüngst mit einer kurzzeitigen Schwankung der Anbindung an den US-Dollar zu kämpfen. Daraufhin veröffentlichte der führende Stablecoin-Herausgeber dann neue Daten über seine Reserven und bestätigte damit zugleich, dass die gesamte Angebotsmenge des USDT mit 82 Mrd. US-Dollar „vollständig gedeckt“ ist. Allerdings war das Unternehmen zuvor bereits wegen der fehlerhaften Angabe seiner Reserven von der New Yorker Staatsanwaltschaft gerügt worden, und musste im Zuge dessen eine Strafe von 18,5 Mio. US-Dollar zahlen.

 

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