Reinen Tisch machen – BitMEX-Geschäftsführung verhandelt Prozessteilnahme

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Arthur Hayes, der ehemalige Geschäftsführer (CEO) der Krypto-Handelsplattform BitMEX, verhandelt mit den amerikanischen Justizbehörden über seine Rückkehr in die USA im Rahmen der Anklage gegen ihn und die übrige Geschäftsführung.

Wie aus dem Transkript einer Telefonkonferenz vom 16. Februar zwischen der Staatsanwaltschaft und dem vorsitzenden Richter hervorgeht, will sich dieser am 6. April auf Hawaii stellen. Dem CEO der Handelsplattform für Krypto-Derivate wird vom US-Justizministerium und der Aufsichtsbehörde für Derivatehandel (CFTC) vorgeworfen, gemeinsam mit seinen Kollegen gegen das amerikanische Geldwäschegesetz verstoßen zu haben.

Demnach befindet sich Staatsanwältin Jessica Greendwood schon länger mit Hayes im Gespräch über eine freiwillige Auslieferung. Dieser befindet sich zurzeit noch in Singapur und will hier auch weiterhin wohnhaft bleiben, lediglich für die Vorverhandlung und etwaige Prozesstermine erklärt sich Hayes zur Einreise in die USA bereit.

„Wir haben mit seinen Anwälten die Bedingungen einer freiwilligen Auslieferung verhandelt, wobei er vorgeschlagen hat, zunächst auf Hawaii in die USA einzureisen und sich hier zu stellen“, so Greenwood. Und weiter:

„Er würde sich auf Hawaii stellen, dann per Videoschaltung für die Vorverhandlung vor Gericht erscheinen und dann wieder zurück nach Singapur reisen. Bei Bedarf würde er zurück in die USA kommen, falls es in New York zum Prozess kommt.“

Des Weiteren legte Greenwood in der Telefonkonferenz offen, dass sich Miteigentümer Ben Delo Ende des Monats in New York stellen will. Die Staatsanwaltschaft arbeitet im Zuge dessen bereits mit dem Bundeskriminalamt (FBI) und dem Zoll (Border Patrol) zusammen, um für Delo eine Einreisegenehmigung zu erhalten, denn dieser befindet sich noch in Großbritannien und unterliegt einem Corona-bedingten Einreiseverbot.

Mitgründer Greg Dwyer lehnt eine freiwillige Auslieferung weiterhin ab, weshalb die amerikanische Staatsanwaltschaft nun mit den ansässigen Behörden in Verhandlung tritt.

„Was die weiteren drei Beklagten [neben Hayes] betrifft, stehen wir mit ihren Anwälten über ein Erscheinen in den USA in Kontakt. Sie alle haben verschiedene Bedingungen und Termine für ihre Einreise genannt“, wie Greenwood erklärt. Dem fügt sie an:

„Momentan haben wir allerdings keine Zusicherungen, dass sie auch wirklich erscheinen werden.“

Der BitMEX-CTO Samuel Reed wurde bereits im US-Bundesstaat Massachusetts festgenommen, kurz nachdem die Anklagepunkte gegen die Krypto-Handelsplattform im Oktober 2020 bekanntgeworden waren. Reed wurde daraufhin für eine Kaution von 5 Mio. US-Dollar entlassen, muss jedoch zur Vorverhandlung und etwaigen Gerichtsverhandlungen anwesend sein.

Angesichts den Angaben der Staatsanwaltschaft hat der vorsitzende Richter entschieden, dass ein Prozess wegen der unsicheren Lage noch nicht aufgenommen werden kann, weshalb zunächst eine weitere Vorverhandlung für Mai angesetzt wurde.

Vergangenen Monat hatte Hayes sein Schweigen nach Bekanntwerden der Vorwürfe erstmals gebrochen, wobei er direkt wieder für Unruhe sorgte, indem er Kleinanlegern zur Abkehr vom traditionellen Finanzwesen riet, was eine Anspielung auf die jüngste Affäre um GameStop, Robinhood und das Reddit-Forum r/WallStreetBets war.

Arthur Hayes gilt als eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Kryptobranche. Der ehemalige Wall Street Trader hat der Hochfinanz 2013 den Rücken gekehrt und anschließend gemeinsam mit Delo, Reed und Dwyer die umstrittene Krypto-Handelsplattform BitMEX aufgebaut. Hier konnten Trader Krypto-Derivate mit bis zu 100-fachem Hebel handeln, was für heftige Kritik sorgte, da die Kurse von Kryptowährungen ohnehin schon stark schwanken. Die durch die Plattform gewonnene Liquidität war allerdings auch ein wichtiger Entwicklungsschritt für den Markt. Die Vanity Fair hat die Geschichte von Hayes und der BitMEX Anfang Februar in einem ausführlichen Artikel nachgezeichnet.

 


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