Neue Kennzahl – „Bereinigtes TVL“ soll DeFi-Wachstum besser abbilden

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Die Krypto-Marktforscher von DappRadar schlagen eine neue Kennzahl vor, die das Wachstum im Bereich der Dezentralisierten Finanzdienstleistungen (DeFi) besser abbilden soll als die üblichen Metriken.

Die Kennzahl namens „Adjusted TVL“ betrachtet die Gesamtheit aller Krypto-Vermögen, die im DeFi angelegt sind, was der gängigen Kennzahl des „Total Value Locked“ (TVL) entspricht, und „bereinigt“ diese, indem der Kursanstieg der angelegten Krypto-Vermögen herausgerechnet wird.

Das „Total Value Locked“ wird am häufigsten herangezogen, um das Wachstum des DeFi-Sektors zu verdeutlichen. Da die Kennzahl allerdings in US-Dollar gemessen wird, können die Kursgewinne der DeFi-Projekte das gezeichnete Bild jedoch drastisch verzerren, denn hierdurch wird auch der TVL-Wert in gleichem Maße „aufgeblasen“, ohne dass wirklich neues Vermögen hinzugekommen ist. Gleichsam würde sich dies bei fallenden Kursen negativ auswirken, was die Kennzahl umso weniger zuverlässig macht.

Das DeFi-Informationsportal DeFi Pulse wertet das TVL aus diesem Grund nur unter Betrachtung von angelegten Ether (ETH), Bitcoin (BTC) und Dai in den betrachteten DeFi-Projekt aus, was allerdings die vielen anderen DeFi-Kryptowährungen vernachlässigt, die auf dem Markt sind. So sind die Vermögen bei Aave zum Beispiel überwiegend in Form von LEND, Chainlink (LINK), TrueUSD (TUSD) und USD Coin (USDC) angelegt.

Zur Lösung dieses Problems bzw. dieser beiden „fehlerhaften“ Berechnungsmethoden, schickt DappRadar nun das „bereinigte TVL“ ins Rennen, das den letzten Kurswert der betrachteten DeFi-Projekte von vor 90 Tagen zur Grundlage nimmt. Jegliches Wachstum der neuen Kennzahl ist dementsprechend nur auf einen erhöhten Zufluss an neu angelegtem Vermögen zurückzuführen und nicht mehr auf den Kursanstieg der betrachteten Kryptowährungen. Der Kursanstieg spielt zwar noch eine verminderte Rolle, nichtsdestotrotz ergibt sich hierdurch ein sehr viel klareres Bild.

Dabei ist dieses Bild viel weniger optimistisch als das gängige TVL vorgibt. Von den 7,3 Mrd. US-Dollar, die das TVL zurzeit ausweist, bleiben im „bereinigten TVL“ nur noch 3,9 Mrd. US-Dollar übrig. Daraus lässt sich wiederum schließen, dass die fehlenden 3,4 Mrd. US-Dollar an „Wachstum“ lediglich durch Kursanstiege entstanden sind.

Bei Betrachtung der einzelnen DeFi-Projekte weist Curve die geringste Abweichung zwischen bereinigtem und „normalem“ TVL auf. Nichtsdestotrotz steht auch hier eine Differenz von 15 % auf dem Tableau, was sich wohl darauf zurückzuführen lässt, dass auf der Stablecoin-Kryptobörse Bitcoin und Ether in „verpackten“ Formen gehandelt werden, die sich nicht herausrechnen lassen.

Maker und Aave weisen wiederum eine Differenz von 30 % auf, was in der starken abhängig der beiden Projekte von Ether begründet ist. Die höchste Differenz ist bei Synthetix und mStable zu erkennen. Ersteres kommt auf ein bereinigtes TVL von 108 Mio. US-Dollar und ein TVL von 931 Mio. US-Dollar, während für letzteres nur 900.000 US-Dollar bereinigtes TVL im Gegensatz zu 50 Mio. TVL zu Buche stehen.

Das Herausrechnen von Kursentwicklungen ermöglicht einen nüchternen Blick auf den Hype um die Dezentralisierten Finanzdienstleistungen. Auch wenn es ein tatsächliches Wachstum gibt, ist dieses nicht so astronomisch wie oftmals kommuniziert.

Das durch das gängige TVL vermittelte Bild könnte in der Vergangenheit wiederum einen Einfluss auf den Kursgewinn der einzelnen Projekte gehabt haben, denn wie die Beispiele Synthetix und mStable verdeutlichen, besteht der Großteil des Wachstums hier aus Kursanstiegen, was durch eine Art positiven Feedback-Loop begründet sein könnte. Je erfolgreicher ein Projekt scheint, desto beliebter die zugehörige Kryptowährung.

Jedoch muss bedacht werden, dass auch das bereinigte TVL seine Fehler hat und womöglich kein komplett faires Abbild der einzelnen DeFi-Projekte, von deren Beliebtheit und Fundamentaldaten, zeichnet. Zum Beispiel im Fall der DeFi-Projekte Compound und Curve werden neue Vermögen wahrscheinlich nur vorübergehend eingelagert, um Erträge abzuschöpfen.

Dies verzerrt den tatsächlichen TVL zusätzlich, denn ohne die Möglichkeit einer solchen Gewinnabschöpfung würde ein Großteil der angelegten Vermögen wahrscheinlich sofort wieder abgezogen werden.

Ilyah Abugoy, Projektleiter bei DappRadar, betont deshalb gegenüber Cointelegraph, dass „eine Kennzahl allein nicht ausreicht, um die DeFi-Branche abzubilden“.

Aus diesem Grund führt DappRadar noch eine weitere Kennzahl namens „Unique Active Wallets“ (UAW), die verdeutlichen soll, wie viele Wallets bzw. Anleger ein bestimmtes DeFi-Projekt tatsächlich nutzen. Das neue „bereinigte TVL“ ist deshalb auch nur ein erster Schritt, denn wie Abugoy ankündigt, sollen „noch viele weitere Kennzahlen folgen, damit die Community besser verstehen kann, was in der Branche vor sich geht“.


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