Mutmaßlicher Insiderhandel: US-Behörden verhaften ehemaligen Coinbase-Manager

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  • US-Behörden verhaften ehemaligen Coinbase-Manager wegen Insiderhandel.
  • Mit zwei Partnern hat er sich Insiderinformationen zunutze gemacht, und damit 1,5 Millionen US-Dollar an Gewinn erzielt.
  • Die SEC sagt zusätzlich, dass es sich um Insiderhandel mit Wertpapieren handelt, was Coinbase vehement ablehnt und kritisiert.

Die US-Behörden haben Anklage gegen drei Personen wegen Verschwörung zum Überweisungsbetrug und Überweisungsbetrug im Zusammenhang mit geplantem Insiderhandel mit Kryptowährungen erhoben. Unter diesen drei ist auch ein ehemaliger Produktmanager bei Coinbase Global.

In einer Mitteilung am Donnerstag erklärte die US-Staatsanwaltschaft in New York in Zusammenarbeit mit der New Yorker Außenstelle des FBI, dass sie Anklage gegen den ehemaligen Coinbase Global Produktmanager Ishan Wahi sowie seinen Bruder Nikhil Wahi und deren Partner Sameer Ramani erhoben habe. Das Trio hat sich mutmaßlich vertrauliche Informationen zu Nutze gemacht, die Ishan von Coinbase erhalten hatte, und wusste daher, welche Token an der Börse gelistet werden sollen. Mit diesem Wissen erzielten sie Gewinne in Höhe von rund 1,5 Millionen US-Dollar aus dem Handel mit 25 verschiedenen Kryptowährungen.

Den Behörden zufolge hatte Ishan in seiner Position als Produktmanager von August 2021 bis Mai 2022 Zugang zu bestimmten Informationen über die Notierung von Kryptowährungen an von Coinbase kontrollierten Börsen. In diesen Zeitraum fallen auch die Einführungsdaten der Token. Die US-Staatsanwaltschaft behauptet, Ishan habe von Juni 2021 bis April 2022 Informationen über Markteinführungsdaten von Token an seinen Bruder oder Ramani weitergegeben, die dann in diese Kryptowährungen investiert haben. Daraufhin gab es, wie erwartet, einen Kurssprung, da der Vermögenswert von einer großen Börse wie Coinbase notiert wurde. In der Anklage werden insbesondere die folgenden Gewinne und Token genannt: 7.000 US-Dollar Gewinn aus dem Handel mit Tribe (TRIBE), 13.000 US-Dollar aus dem Handel mit Alchemix (ALCX), Gala (GALA), Ethereum Name Service (ENS) und Powerledger (POWR) und 900.000 US-Dollar aus dem Handel mit XYO.

Das Trio soll diese Art von Insiderhandel bei mindestens 14 verschiedenen Coinbase-Börsenankündigungen betrieben haben. Zu diesem Zweck haben die drei mutmaßlichen Täter mehrere Ethereum-Blockchain-Wallets für den Kauf und Überweisungen sowie Konten bei zentralen Börsen im Namen anderer verwendet. Die Behörden nahmen Ishan und Nikhil am Donnerstag in Seattle fest, während Ramani weiterhin auf freiem Fuß ist.

“Obwohl sich die Vorwürfe in diesem Fall auf Transaktionen an einer Kryptobörse beziehen und nicht auf den traditionellen Finanzmarkt, handelt es sich dennoch um Insiderhandel”, so der stellvertretende FBI-Direktor Michael Driscoll.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat parallel dazu ebenfalls Anklage gegen die Wahis-Brüder und Ramani erhoben. Sie behauptet, dass mindestens 9 der 25 Vermögenswerte, mit denen das Trio angeblich Insiderhandel betrieben haben soll, Wertpapiere gewesen seien, die ihnen einen Gewinn in Höhe von 1,1 Million US-Dollar eingebracht hätten. Hierbei handelt es sich um die Token POWR, Kromatika (KROM), DFX Finance (DFX), Amp (AMP), Rally (RLY), Rari Governance Token (RGT), DerivaDAO (DDX), LCX und XYO. Die Aufsichtsbehörde behaupteten der Klage, diese drei Personen hätten gegen Anti-Betrugsvorschriften in den Wertpapiergesetze verstoßen. Die SEC fordert eine dauerhafte Unterlassungsverfügung, eine Entschädigung und Bußgelder.

“Uns geht es nicht um Etiketten, sondern um die wirtschaftliche Realität eines Angebots”, so der Leiter der SEC-Durchsetzungsabteilung Gurbir Grewal. “In diesem Fall bestätigen diese Tatsachen, dass es sich bei einigen der betroffenen Krypto-Assets um Wertpapiere handelt und dass die Angeklagten, wie dargelegt, im Vorfeld ihrer Notierung auf Coinbase typischen Insiderhandel betrieben haben.”

In diesem Zusammenhang: SEC: Untersuchung zu Insiderhandel auf Börsen?

Viele Leute aus der Krypto-Community wurden im April auf einige dieser mutmaßlichen Vorfälle aufmerksam, als Online-Detektive entdeckten, dass mehrere Ethereum-Wallets große Mengen von sechs Token gekauft hatten. Das führte dazu, dass Insiderhandel vermutet wurde, weil diese Käufe immer vor einer großen Token-Ankündigung von Coinbase stattgefunden haben. Der CEO Brian Armstrong sagte damals, “es besteht immer die Möglichkeit, dass jemand innerhalb von Coinbase, wissentlich oder unwissentlich, Informationen an Außenstehende weitergibt, die dann illegale Aktivitäten betreiben”. Die Börse würde solche Vorfälle untersuchen und sich, wenn nötig, mit externen Anwaltskanzleien abstimmen:

“Wenn diese Untersuchungen ergeben, dass ein Coinbase-Mitarbeiter in irgendeiner Weise eine kriminelle Aktivität unterstützt oder begünstigt hat, werden diese Mitarbeiter sofort entlassen und der Vorfall an die zuständigen Behörden (möglicherweise mit strafrechtlicher Verfolgung) weitergeleitet.”

Die US-Staatsanwaltschaft meldete, dass der Leiter der Sicherheitsabteilung von Coinbase am 11. Mai mit Ishan gesprochen hat, um ein Treffen im Zusammenhang mit den Token-Notierungen der Börse zu vereinbaren. Ishan versuchte, vor dem geplanten Treffen am 16. Mai einen Flug nach Indien zu nehmen, wurde aber von den Strafverfolgungsbehörden aufgehalten.

Laut einem Tweet vom Coinbase Chief Information Security Officer  Philip Martin am Donnerstag, hat die Börse die Informationen zu den Wahi-Brüdern und Ramani nach einer internen Untersuchung an die Behörden weitergegeben. In einem aktuellen Blog-Beitrag des Unternehmens hieß es, Coinbase “nimmt Vorwürfe einer missbräuchlichen Verwendung von Unternehmensinformationen sehr ernst” und habe “null Toleranz für diese Art von Fehlverhalten”. Das Unternehmen hat die Maßnahmen der Staatsanwaltschaft gegen diese drei Personen zwar unterstützt, kritisierte allerdings die Einstufung von 9 Token als Wertpapiere durch die SEC:

“Keine der auf unserer Plattform gelisteten Vermögenswerte sind Wertpapiere und die Anschuldigungen der SEC sind eine unglückliche Ablenkung von der heutigen angemessenen Strafverfolgungsmaßnahme.”

Bei Redaktionsschluss war Ishans LinkedIn-Profil nicht öffentlich sichtbar und sein Twitter-Konto ist geschützt. In einem Blogbeitrag für Coinbase im März schrieb der ehemalige Produktmanager darüber, dass die Börse sich bemühe, “mehr Transparenz und Informationen für neue Vermögenswerte zum Handel” zu bieten und erwähnte insbesondere die Ausweitung des Angebots.

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