FTX-Kundendaten bleiben im Insolvenzverfahren zunächst unter Verschluss

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Die Namen von bis zu neun Millionen FTX-Nutzern bleiben im Insolvenzverfahren der zahlungsunfähigen Kryptobörse für mindestens drei weitere Monate unter Verschluss.

Dies hat der vorsitzende Richter John Dorsey vom zuständigen Insolvenzgericht im US-Bundesstaat Delaware am gestrigen 11. Januar entschieden. Die FTX hatte am 8. Januar in einem 168 Seiten langen Antrag unter anderem darum gebeten, dass die Nutzerinformationen weiterhin vertraulich behandelt werden.

Richter Dorsey „tut sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls schwer“, die vertraulichen Informationen im Rahmen des Verfahrens offenzulegen und die Kunden bzw. Gläubiger damit einem unnötigen „Risiko auszusetzen“. Besonders die Medien hatten zuletzt jedoch aus Gründen der Transparenz eine derartige Offenlegung gefordert. Dem entgegnet der Richter:

„Es geht hier um Personen, die nicht direkt anwesend sind, Personen die einem Risiko ausgesetzt werden könnten, wenn ihre Namen und persönlichen Informationen offengelegt werden.“

In den Tagen zuvor hatten die FTX-Anwälte bereits argumentiert, dass „die Offenlegung von Kundeninformationen ein unnötiges Risiko für Identitätsdiebstahl oder anderweitige Schäden der jeweiligen Personen bedeuten würde“, weshalb das Gericht den vollen Umfang seiner Möglichkeiten zur Verschwiegenheit nach dem amerikanischen Bankenrecht nutzen sollte, um FTX-Kunden zu schützen.

Ende Dezember hatten auch FTX-Nutzer von außerhalb der USA das Insolvenzgericht aus Delaware darum gebeten, dass Nutzerinformationen privat bleiben sollten, damit für diese kein „irreparabler Schaden“ entsteht.

Allerdings gilt es anzumerken, dass die Entscheidung von Richter Dorsey im starken Kontrast zur gängigen Praxis in Insolvenzverfahren steht, denn in diesen werden die Informationen der Gläubiger in der Regel offengelegt, so auch im Insolvenzverfahren der Krypto-Sparplattform Celsius im Oktober.

Die Anteilseigner der FTX genießen wiederum nicht den Schutz des Insolvenzgerichts, denn am 9. Januar wurden deren Daten bereits offengelegt, darunter auch genaue Informationen über die Menge der Anteile, die die einzelnen Aktionäre halten.

Unter den Anteilseignern finden sich bekannte Namen wie der legendäre Football-Spieler Tom Brady, dessen Ex-Frau und Top-Model Gisele Bündchen, Unternehmer Peter Thiel und Finanzexperte Kevin O’Leary.

Immerhin scheint die FTX erste Fortschritte in der Aufarbeitung ihres Zusammenbruches zu machen, so konnten nun wohl 5 Mrd. US-Dollar an Kundengeldern zurückgeholt werden, wie Anwalt Andy Dietderich am gestrigen 11. Januar bekanntgegeben hat.

Laut den ersten Gerichtsdokumenten vom November könnten mehr als 1 Mio. Gläubiger vom Kollaps der großen Kryptobörse betroffen sein.


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