Früherer FTX-Chefanwalt wirft FTX US unlautere Beauftragung von S&C vor

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Der frühere Chefanwalt der insolventen Kryptobörse FTX wirft dem Chefanwalt des amerikanischen FTX-Ablegers vor, die Anwaltskanzlei Sullivan & Cromwell (S&C) aus reinem Eigeninteresse als Insolvenzvertreter des Konzerns engagiert zu haben.

Daniel Friedberg, der bis zu seinem Rücktritt am 8. November Chefanwalt der FTX war, macht die entsprechenden Vorwürfe ganz offiziell in einem aktuellen Gerichtsdokument vom gestrigen 19. Januar.

In dem Dokument legt Friedberg seinem Kollegen Ryne Miller, dem Chefanwalt der FTX US, zur Last, dass dieser ehemaliger Teilhaber bei S&C war und seiner ehemaligen Kanzlei deshalb in mehreren Fällen Aufträge verschafft hat:

„Herr Miller hat mir gesagt, dass es für ihn persönlich sehr wichtig ist, dass viele Aufträge an die S&C gehen, denn er wollte dort später wieder als Teilhaber einsteigen.“

John Reed Stark, der ehemalige Direktor für Strafverfolgung von Internetdienstleistern bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC, bewertet die Anschuldigungen in einem aktuellen Tweet vom heutigen 20. Januar als besonders brisant (siehe unten). So könnte S&C womöglich von dem Insolvenzverfahren abgezogen werden und dies völlig neu aufgerollt werden.

Des Weiteren behauptet Friedberg, dass er Miller daran erinnert habe, dass seine „Loyalität“ seinem Arbeitgeber (also der FTX) gelten müsse und nicht der S&C, dennoch wäre dies „während seiner Amtszeit immer wieder ein Problem gewesen“.

So gibt Friedberg an, dass Miller schon nach seiner Amtsübernahme Anfang 2020 direkt gefragt hätte, ob er seine frühere Kanzlei mit Aufträgen ausstatten dürfe. Der FTX-Chefanwalt hätte ihn dann jedoch angewiesen, „immer nur die Kanzlei zu engagieren, die für den jeweiligen Fall am besten geeignet ist“.

Nichtsdestotrotz hätte Miller die S&C später dann als wichtigste Rechtsvertretung für die FTX US, die FTX Derivatives (früher LedgerX) und die zugehörige Holdinggesellschaft Emergent etabliert.

Friedberg wirft Miller weiter vor, dass dieser 200 Mio. US-Dollar an Geldern von LedgerX als Honorar für S&C zurückgestellt haben soll: „LedgerX verfügte noch über mehr als 200 Mio. US-Dollar in bar, die als Honorar an die S&C fließen sollten. Die Bezahlung des Insolvenzverfahrens wäre deshalb kein Problem.“

Entscheidung steht bevor

Obwohl das alles zunächst nur Behauptungen sind, die den Versuch stützen, die Kanzlei Sullivan & Cromwell als Insolvenzanwälte der FTX abzuziehen, gehen daraus mehrere Vorwürfe hervor, die bisher unbekannt waren.

Friedberg verleiht seinen Behauptungen Nachdruck, indem er darauf hinweist, dass er „die Fakten aus dieser Erklärung auch in einer gerichtlichen Anhörung bestätigen würde“.

Die nächste reguläre Anhörung ist in dem Insolvenzverfahren bereits für den heutigen 20. Januar angesetzt. Hier werden weitere Argumente zum Verbleib von S&C erwartet, ob Friedberg bereits aussagen wird, ist jedoch unklar.

Cointelegraph hat FTX um Stellungnahme gebeten, aber bis Redaktionsschluss noch keine Antwort erhalten.




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