Digitaler Euro „eine Notwendigkeit“ – EZB-Direktor äußert sich zum Forschungsstand

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Fabio Panetta, der Direktor der Europäischen Zentralbank (EZB), hat am gestrigen Freitag im Rahmen der IESE Business School Banking Initiative Conference on Technology and Finance einen Überblick über den derzeitigen Forschungsstand der EZB hinsichtlich einer öffentlichen Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) gegeben.

Dahingehend äußerte Panetta, dass die Herausgabe von Zentralbank-Digitalwährungen zukünftig „wahrscheinlich eine Notwendigkeit werden wird“, gleichsam warnte er jedoch davor, dass diese „nicht Quelle finanzieller Disruption werden dürfen, die den Geldfluss im Europäischen Wirtschaftsraum behindert“.

Eine wichtige Maßnahme, um nach Einführung eines digitalen Euro die Finanzstabilität aufrechterhalten zu können, ist laut Pancetta die Einbindung von Privatbanken. Dadurch könnten diese weiterhin die kundennahen Bankdienstleistungen anbieten, während die Zentralbank gleichzeitig davon profitieren würde, dass die Banken weiterhin ihre Expertise im Kundenumgang und bei der Bekämpfung von Geldwäsche (AML) einbringen. Womöglich eine entscheidende Synergie, denn oftmals wird befürchtet, dass durch die Einführung von CBDCs Privatbanken als Mittelsmann überflüssig werden.

Ein Forschungspapier der amerikanischen Zentralbank aus dem Januar prognostiziert zukünftig eine ähnliche Rolle für den Bankensektor. Darin heißt es, dass Banken auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen könnten, um den Datenschutz der Kunden zu gewährleisten. Die EZB hat ihrerseits bereits wiederholt die Wichtigkeit des Datenschutzes betont.

Weiter erklärte Panetta in seiner Rede, dass „wenn die Nachfrage nach Bargeld abnimmt, die Herausgabe von CBDCs die Währungshoheit der Zentralbanken sicherstellen könnte, um so das Vertrauen in das Geld- und Zahlungssystem aufrechtzuerhalten“. Gleichsam könne hierdurch der Wettbewerb zwischen den Banken angeregt und die Verhandlungsposition für die Kunden verbessert werden, indem die Marktmacht des Bankensystems „reduziert wird“.

Die Forschungsergebnisse hinsichtlich der möglichen Wechselwirkungen zwischen Zentralbank-Digitalwährungen und der Geldpolitik zeigen, wie wichtig eine durchdachte Konzeption eines digitalen Euro ist. „Wir müssen das ‘CBDC Trilemma’ auflösen, laut dem die drei Ziele der Zentralbank, Zahlungseffizienz, Finanzstabilität und Preisstabilität, im Zielkonflikt stehen“, so der EZB-Direktor in diesem Kontext.

Die Konzeptionierung einer Digitalwährung wird für Zentralbanken zusätzlich dadurch erschwert, dass besonders Kryptowährungen rasant an Marktanteil gewinnen. Deren „Aufstieg parallel zum Fiatgeld in den letzten zehn Jahren war plötzlich und hatte einen massiven Einfluss, der fast schon mit der kambrischen Artenexplosion von vor 20 bis 25 Mio. Jahren zu vergleichen ist“. Nichtsdestotrotz warnt Panetta abschließend, dass das Fehlen einer adäquaten CBDC zur Ausbalancierung anderer Digitalwährungen „Risiken für die Währungshoheit, die Finanzstabilität und andere Funktionen der Zentralbanken darstellt“.


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