Daten lassen noch keinen Boden bei Ethereum erkennen

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Der Ether (ETH)-Kurs ist ist am 14. Juni unter die Marke von 1.100 US-Dollar gefallen und hat damit seinen niedrigsten Stand seit Januar 2021 erreicht. Seit dem Allzeithoch von 4.870 US-Dollar am 10. November 2021 ist das ein Einbruch um 78 Prozent.

Ether hat sich zudem zwischen dem 10. Mai und dem 14. Juni 2022 um 33 Prozent schlechter entwickelt als Bitcoin (BTC). Das letzte Mal, dass das so war, war Mitte 2021.

ETH/BTC-Kurs auf Binance, 2021. Quelle: TradingView

Bitcoin schwankte zwei Wochen vor dem Höchststand von 0,082 ETH/BTC in einer engen Spanne. Dieser Zeitraum wird als Höhepunkt des “DeFi-Sommers” bezeichnet, da der eingeschlossene Gesamtwert auf dem Ethereum-Netzwerk von 42 Milliarden US-Dollar auf 93 Milliarden US-Dollar katapultiert wurde.

Warum hat sich Ether im Jahr 2021 so schlecht entwickelt?

Zunächst sollte man sich die Daten insgesamt ansehen, um zu verstehen, was zu der Korrektur um 31 Prozent beim ETH/BTC- Kurs im Jahr 2021 geführt hat. Zunächst betrachten wir die Anzahl der aktiven Adressen.

Täglich aktive Adressen im Ethereum-Netzwerk, 7-Tage-Durchschnitt. Quelle: CoinMetrics

Aus den Daten geht hervor, dass die Zahl der aktiven Adressen stetig wächst, da sie von 595.620 Mitte März auf 857.520 Mitte Mai gestiegen ist. Nicht nur das TVL-Wachstum hat die Anleger überrascht, sondern eben auch die wachsende Nutzerzahl.

Die Korrektur um 31 Prozent von Ether gegenüber Bitcoin im Juni 2021 deutet auf eine Abkühlungsphase nach dem beispiellosen Wachstum des Ethereum-Ökosystems hin. Die Folgen für den Kurs von Ether waren verheerend, da auf den DeFi-Sommer eine Korrektur um 56 Prozent folgte.

Ether/USD-Kurs auf Coinbase, 2021. Quelle: TradingView

Vergleicht man die jüngsten Daten, kann man ungefähr erahnen, ob Ether sich erneut ähnlich entwickeln wird. Leute, die die Korrektur um 31 Prozent gegenüber Bitcoin gut erwischt haben, haben am 27. Juni 2021 auf dem Tiefpunkt des Zyklus in der Nähe von 1.800 US-Dollar gekauft und der Kurs stieg innerhalb von 50 Tagen daraufhin um 83 Prozent.

Kaufgelegenheit bei Ether?

Diesmal gibt es keinen DeFi-Sommer und vor der diesjährigen Korrektur um 33 Prozent gegenüber Bitcoin war die Anzahl der aktiven Adressen bereits leicht rückläufig.

Täglich aktive Adressen im Ethereum-Netzwerk, 7-Tage-Durchschnitt. Quelle: CoinMetrics

Am 10. Mai 2022 wies Ethereum 563.160 aktive Adressen auf und lag damit im unteren Bereich der letzten Monate. Damit bewegt sich das Netzwerk genau in die entgegengesetzte Richtung im Vergleich zu Mitte 2021, als der Ether-Kurs gegenüber BTC immer weiter zurückging.

Man könnte immer noch denken, dass das Ethereum-Netzwerk trotz einer relativ stagnierenden Nutzerzahl gewachsen ist, da der TVL dennoch gewachsen ist.

TVL des Ethereum-Netzwerks in USD. Quelle: Defillama

Aus den Daten geht hervor, dass der TVL des Ethereum-Netzwerks am 10. Mai 2022 bei 87 Milliarden US-Dollar lag. Im Vergleich dazu lag dieser im April noch bei über 102 Milliarden US-Dollar. Daher gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Abkühlung Mitte 2021 nach dem DeFi-Sommer und dem aktuellen Rückgang um 33 Prozent gegenüber BTC.

Diese Indikatoren weisen keine Ähnlichkeit auf, aber 1.200 US-Dollar könnten dennoch ein Tiefpunkt des Zyklus sein. Das hängt allerdings von anderen Faktoren, abgesehen von der Netzwerknutzung, ab.

Wenn man bedenkt, wie schwach sich die aktiven Adressen und der TVL vor der jüngsten Kurskorrektur entwickelt haben, sollten Anleger besonders vorsichtig damit sein, einen Boden zu prognostizieren.

Die Ansichten und Meinungen, die hier aufgeführt werden, sind ausschließlich die des Autoren und spiegeln nicht zwangsläufig auch die Ansichten von Cointelegraph wider. Jedes Investment und jeder Handel bringen Risiken mit sich. Recherchieren Sie gut, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

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