Bitcoin-Kurs bleibt stark – Warum der Tesla-Abverkauf den BTC kaum beeinflusst

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Die Kryptobranche hat in dieser Woche nahezu schulterzuckend zur Kenntnis genommen, dass der einflussreiche Autobauer Tesla knapp 75 % seiner Bitcoin (BTC) abverkauft hat. So wurde dieser Schritt überwiegend als rein strategische Entscheidung verbucht.

Am Mittwoch hatte der führende Elektroautohersteller bekanntgegeben, dass er im Laufe des zweiten Quartals 75 % seines Bitcoin-Vermögens verkauft und dadurch 936 Mio. US-Dollar eingenommen hat.

Im Rahmen der Pressekonferenz zum Quartalsbericht für das Q2 hat Tesla-Chef Elon Musk allerdings explizit betont, dass diese Entscheidung zur Verhinderung von Liquiditätsengpässen getroffen wurde, nachdem in China ein neuer Corona-Lockdown verhängt worden war. Dementsprechend wäre dies „keine Verurteilung von Bitcoin“.

Dahingehend führte Musk aus: „Der Grund, warum wir einen großen Teil unserer Bitcoin verkauft haben, ist, dass wir uns nicht sicher waren, wann die Lockdowns in China wieder enden würden. Deshalb war es für uns wichtig, so viel Bargeld wie möglich zur Verfügung zu haben.“

Und weiter:

„Wir haben definitiv ein Interesse daran, unser Bitcoin-Vermögen in Zukunft wieder auszubauen.“

Als der Tesla-Chef in diesem Zusammenhang noch danach gefragt wurde, ob er Bitcoin als langfristiges Investitionsprodukt ansieht, entgegnete dieser, dass die marktführende Kryptowährung eigentlich nur „eine Nebenattraktion unter den Nebenattraktionen“ des Hauptgeschäfts von Tesla ist, das zum eigentlich Ziel hat, „die Nutzung nachhaltiger Energie voranzutreiben“.

„Kryptowährungen sind nichts, mit dem wir uns ausführlich beschäftigen“, wie Musk abschließend zusammenfasst.

Experten folgen Argumentation von Musk

Markus Thielen, der Chefinvestor der in Singapur ansässigen Krypto-Vermögensverwaltung IDEG, unterstreicht diese Aussage, indem er gegenüber Cointelegraph erklärt, dass der Autobauer sehr wahrscheinlich nur seine Bitcoin verkauft hat, weil diese „eine Ablenkung vom Hauptgeschäft waren“.

Dem fügt er an:

„Mich würde es dennoch nicht überraschen, wenn Tesla weiter mit Bitcoin herumprobiert, sobald sich der Kurs wieder stabilisiert, denn ansonsten hätten sie 100 % ihrer BTC verkauft.“

Trading-Expertin Kylie Purcell gibt derweil zu bedenken, dass der Elektroautohersteller nicht das einzige Unternehmen ist, dass sich derzeit „Bargeld freischaufelt“.

„Die Welt steht vor einer Rezession und womöglich sogar vor einer Weltwirtschaftskrise, deshalb ist es nicht ungewöhnlich für Investoren und Unternehmen, Geld aus risikobehafteten Finanzprodukten abzuziehen und in Landeswährungen zu konvertieren“, so die Expertin.

Zudem weist sie darauf hin, dass der Bitcoin-Kurs im Anschluss an die Ankündigung von Tesla zwar leicht gefallen ist, sich jedoch schnell wieder erholen konnte.

So ist die marktführende Kryptowährung am Tag der Bekanntmachung durch Tesla ca. 2,6 % eingebrochen, zwischenzeitlich jedoch wieder auf mehr als 23.000 US-Dollar angestiegen. Damit wurde schon fast wieder das bisherige Monatshoch erreicht, was klar belegt, dass der Markt dem Abverkauf des Autobauers nicht allzu lange nachgetrauert hat.

Bitcoin macht sich von Tesla unabhängig

Die verhaltene Reaktion steht dabei im deutlichen Kontrast zu dem Bild, das sich im Februar 2021 nach dem Ankauf von Tesla ergeben hatte. Damals hatte der Autobauer für 1,5 Mrd. US-Dollar in BTC investiert und zugleich in Aussicht gestellt, die Kryptowährung zukünftig womöglich sogar als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Letzteres Vorhaben wurde inzwischen jedoch schon wieder gestrichen.

Auf diese Meldung ging es für den Bitcoin-Kurs schlagartig um fast 3.000 US-Dollar nach oben, womit gleichsam ein neues Rekordhoch von 43.000 US-Dollar aufgestellt werden konnte.

Tommy Honan von Swyftx stellt gegenüber Cointelegraph rückblickend fest, dass die damalige Kaufentscheidung von Tesla für den Kryptomarkt „der vielleicht wichtigste Moment überhaupt war“. So gibt er zu bedenken:

„Das hat den anderen Unternehmen quasi die Erlaubnis gegeben, Bitcoin in ihre Bücher aufzunehmen. Dadurch sind letztendlich auch viele große institutionelle Investoren und kleine bis mittelständische Unternehmen in den Markt gekommen.“

„Musk hat jetzt betont, dass der Verkauf keine Verurteilung von Bitcoin war, sondern der Notwendigkeit von Bargeld geschuldet ist, und der Kryptomarkt scheint dieser Argumentation zu folgen. Der Bitcoin-Kurs hat sich zuletzt wieder gefangen und mich würde es wundern, wenn jetzt doch noch andere Investoren aussteigen“, wie der Experte resümiert.




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