„Bitcoin-Geiselnehmer“ Gensler – Wall Street Journal kritisiert SEC-Chef scharf

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Das Wall Street Journal übt in einem Kommentar heftige Kritik am Vorgehen von SEC-Chef Gary Gensler, der kürzlich bereits von Bloomberg als „Geiselnehmer“ von Bitcoin (BTC) verurteilt wurde.

Der scharfzüngige Meinungsartikel rügt Gary Gensler – seines Zeichens Chef der amerikanischen Börsenaufsicht – für dessen „legendäre“ Hartnäckigkeit bei der Ablehnung eines ersten „direkten“ Bitcoin-ETFs für den US-Markt. Allen voran die Argumentationsführung und deren Widersprüchlichkeit sorgt beim Wall Street Journal für Stirnrunzeln, denn in ähnlichen Fällen werden derartige Indexfonds für andere Investitionsprodukte oftmals ohne Weiteres durchgewunken.

Dementsprechend beißt sich die Kryptobranche am SEC-Chef bisher die Zähne aus, was die Einführung eines Direkt-ETFs angeht. So wurden selbst die dahingehenden Anträge von großen Investmentfirmen wie Grayscale und Bitwise konsequent abgelehnt. Aus diesem Grund hat Grayscale nun sogar rechtliche Schritte gegen die Börsenaufsicht eingeleitet.

Was beim WSJ in diesem Kontext für noch mehr „Verwunderung“ sorgt, ist die Tatsache, dass die Behörde im vergangenen Jahr bereits Indexfonds (ETFs) auf Basis von Bitcoin-Futures zugelassen hat.

Zur Erklärung: Während die Futures-ETFs die Kursentwicklung von BTC nur indirekt nachzeichnen, würde der Bitcoin-Kurs bei den Direkt-ETFs wortwörtlich direkt abgebildet. Die Direkt-ETFs bieten besonders für institutionelle Investoren also einen möglichst unmittelbaren Weg, um in die marktführende Kryptowährung zu investieren, ohne sich dem Risiko einer direkten Investition auszusetzen.

Die ständigen Ablehnungen ihres Vorgesetzten veranlassen inzwischen selbst SEC-Kommissarin Hester Peirce dazu, die Haltung von Gensler als regelrecht „legendär“ zu beschreiben. Deshalb fragt sie:

„An welchem Punkt wiegen die Marktreife von Bitcoin und der Erfolg von ähnlichen Investitionsprodukten in anderen Ländern [zum Beispiel in Kanada und Europa wurden direkte Bitcoin-ETFs bereits zugelassen] schwer genug, um die Waage in Richtung Zulassung umschlagen zu lassen?“

Des Weiteren hebt das Wall Street Journal hervor, dass sich Gensler eine Art argumentativen „doppelten Boden“ gebaut hat, der eine Zulassung nach der Logik der SEC nahezu unmöglich macht.

So müssen die beantragenden ETF-Herausgeber einerseits nachweisen, dass ein signifikanter Teil des Bitcoin-Handels auf regulierten Märkten stattfindet und andererseits müssen diese Märkte auch noch „über die geltenden Vorschriften für klassische Finanzmärkte hinaus widerstandsfähig gegen Marktmanipulation sein“.

Die WSJ-Kommentatoren entgegnen, dass Gensler „vollkommen bewusst“ ist, dass das erste Kriterium schlichtweg nicht erfüllt werden kann, da ein Großteil des Bitcoin-Handels auf unregulierten Kryptobörsen stattfindet.

Auch das zweite Kriterium ist für die Antragsteller kaum zu erfüllen, denn die SEC hat in dieser Hinsicht einen „völlig willkürlichen“ Standard für Bitcoin-ETFs gesetzt, ohne zu erklären, „wie dieser eingehalten werden kann“.

Eric Balchunas, Chefanalyst von Bloomberg, freut sich angesichts des Artikels, dass das Wall Street Journal die jüngsten Gedanken seines Kollegen James Seyffart aufgreift, der Gensler wegen dieses Regulierungsansatzes zuvor als „Geiselnehmer“ von Bitcoin bezeichnet hatte.

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