Binance-CEO spricht erstmals öffentlich über den Crash der FTX

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Die einst so einflussreiche Kryptobörse FTX hat sich nun mit vielen anderen gescheiterten Krypto-Projekten in eine Reihe gestellt, die in diesem Jahr Insolvenz angemeldet haben, darunter Terra (LUNA), Three Arrows Capital (3AC), Celsius und Voyager. Der Schaden, der aus diesen Entwicklungen für Anleger, Investoren und die ganze Branche entstanden ist, wird nach Einschätzung von Binance-Chef Changpeng „CZ“ Zhao eine Ära von deutlich schärferer Regulierung einläuten.

Dass ein systemrelevantes Krypto-Unternehmen quasi über Nacht kollabiert, war für Kryptobranche ein massiver Schock, der zugleich ein großes Stück Vertrauenswürdigkeit erodiert hat. Entsprechend ernüchtert analysiert der Chef der marktführenden Kryptobörse in seinem ersten öffentlichen Auftritt nach dem Debakel auf dem Indonesia Fintech Summit 2022:

„Ich denke, dass wir dadurch ein paar Jahre zurückgesetzt wurden. Die Regulierungsbehörden werden jetzt richtigerweise viel, viel strenger sein, was, ehrlich gesagt, wahrscheinlich sogar gut ist.“

Die bisherige Krypto-Regulierung hat sich allen voran auf die Einholung von Kundendaten (KYC) und die Bekämpfung von Geldwäsche (AML) konzentriert, weshalb CZ erneut betont, dass es vielmehr einen genaueren Blick auf den tatsächlichen Geschäftsbetrieb von Kryptobörsen braucht. So müssten zum Beispiel Geschäftsmodelle und Reserven genauer durchleuchtet werden.

CZ im Gespräch über die FTX und die Zukunft der Kryptobranche auf dem Indonesia Fintech Summit 2022. Quelle: YouTube

Obwohl der Zusammenbruch der FTX kurzfristig negative Auswirkungen auf Kleinanleger haben wird, sieht Zhao die dadurch ausgelösten Diskussionen auf lange Sicht als positiv. Ganz besonders der Umgang mit Risiko würde dadurch in den Mittelpunkt rücken:

„Die letzten drei Tage haben eine Menge von Problemen aufgezeigt. Diese Probleme gibt es schon länger. Sie sind nicht erst in den letzten drei Tagen entstanden.“

Das größte Warnsignal im Hinblick auf die FTX waren die Finanzen der zugehörigen Schwesterfirma Alameda Research, deren Bilanz voll mit FTX Tokens (FTT) – also der firmeneigenen Kryptowährung der Börse – war. Als diese Information öffentlich wurde, beschloss der Binance-Chef, die gesamten FTT-Vermögen seiner Plattform in Höhe von 2 Mrd. US-Dollar abzustoßen.

Im Anschluss an die Ankündigung über den geplanten Verkauf meldete sich FTX-Chef Sam Bankman-Fried höchstpersönlich bei Zhao, um einen Deal vorzuschlagen, der für ihn „an mehreren Ecken und Enden keinen Sinn machte“. Allerdings wollte der Binance-Chef helfen, die Anleger der FTX zu schützen:

„Unser ursprünglicher Plan war, dass wir die Nutzer retten wollten, aber als dann auch noch bekanntwurde, dass Kundengelder veruntreut wurden und dass bereits Ermittlungen von amerikanischen Behörden eingeleitet wurden, war uns klar, dass wir nichts mehr machen können.“

CZ ist dennoch zuversichtlich, dass erhöhte Transparenz und Wissensvermittlung an Aufsichtsbehörden im Hinblick auf den Umgang mit Blockchain-Daten und Wallet-Informationen für eine gesündere Kryptobranche sorgen wird. Letztendlich könnten neue Gesetzesregelungen dadurch auch umso besser ausbalanciert werden.

Schon jetzt ergreift Binance proaktive Maßnahmen, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen. So hat die Handelsplattform zum Beispiel eine neue Seite namens „Proof of Assets“ aufgesetzt, die genaue Details über die On-Chain-Aktivitäten der Börse bzw. über deren Hot- und Cold-Wallets enthält.

„Unser Ziel ist es, dass die Nutzer unserer Plattform alle notwendigen Informationen haben, um die richtigen Entscheidungen für die Erreichung ihrer finanziellen Ziele treffen zu können“, so das offizielle Statement zur neuen Funktion.


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